Bauherren lesen keine Texte, sie schauen Projekte an
Wer ein Architekturbüro sucht, klickt sich durch Referenzen und sucht das eine Projekt, das seinem ähnelt. Findet er es, liest er weiter. Findet er nur ein Kontaktformular und drei Renderings ohne Beschriftung, ist er wieder weg. Die Projektseite ist bei euch die Startseite.
- Jedes Projekt bekommt eine eigene Seite mit Ort, Jahr, Aufgabe, Fläche und Bildnachweis.
- Das Bauherrengespräch wird erklärt, damit Anfragen mit Budget und Zeitrahmen kommen.
- Große Bilder, die am Handy trotzdem schnell laden, weil sie sauber ausgespielt werden.
Der Moment, in dem die Anfrage nicht passt
Es meldet sich jemand, der ein Einfamilienhaus plant und mit 250.000 Euro rechnet. Ihr plant Wohnbau und Sanierungen im Bestand. Das Gespräch dauert vierzig Minuten und bringt beiden nichts. Am selben Tag hat sich ein Bauträger nicht gemeldet, weil er auf eurer Seite nicht erkennen konnte, dass ihr genau diese Aufgabe schon gelöst habt.
Eine Website kann keine Aufträge holen. Sie kann aber verhindern, dass ihr die falschen bekommt.
Das gelingt über Projektseiten, die die Aufgabe benennen, und über eine Seite, die offen sagt, mit welchen Bauherren ihr gut arbeitet und mit welchen nicht. Das klingt unhöflich und spart auf beiden Seiten Monate.
Wettbewerbe binden Kapazität, die Website arbeitet nebenbei
Ein Großteil der öffentlichen Aufträge läuft über Wettbewerbe und Verfahren. Das ist sinnvoll und es ist teuer. Jeder Wettbewerb bindet Wochen, und nur einer gewinnt. Die eingereichten Arbeiten verschwinden danach in einer Schublade, obwohl sie genau das zeigen, was ein privater Bauherr sehen will.
Auf der Website bekommen sie ein zweites Leben. Ein nicht realisierter Wettbewerbsbeitrag ist als Projektseite genauso wertvoll wie ein gebautes Haus, solange klar dabeisteht, dass er nicht realisiert wurde. Wer eure Handschrift sucht, findet sie dort.
Dazu kommen Beiträge zu Fragen, die euch ohnehin jeder Bauherr stellt. Was kostet eine Einreichung, wie lange dauert ein Verfahren in dieser Gemeinde, wann braucht es einen Bauphysiker. Solche Seiten werden gefunden und sie werden gelesen, weil kaum ein Büro sie schreibt.
Die Honorarfrage kommt sowieso, also beantworte sie halb
In Österreich gibt es keine verbindliche Honorarordnung für Ziviltechniker. Als fachliche Grundlage dienen die Leistungs und Vergütungsmodelle LM.VM, herausgegeben im Umfeld der Bundeskammer der Ziviltechniker und frei verfügbar. Das Werk umfasst mehrere hundert Seiten und ist eine Empfehlung, keine Preisverordnung. In Deutschland hat der Europäische Gerichtshof 2019 die verbindlichen Mindestsätze der HOAI gekippt.
Für die Website heißt das: Ihr müsst keinen Preis nennen und ihr solltet trotzdem etwas sagen. Erklärt die Leistungsphasen vom Vorentwurf über die Einreichplanung bis zur örtlichen Bauaufsicht, und was davon üblicherweise beauftragt wird. Ein Bauherr, der versteht, wofür er zahlt, diskutiert weniger über den Prozentsatz.
Bilder, Bildrechte und warum die meisten Büroseiten langsam sind
Architekturseiten leben von Bildern und sterben an Bildern. Ein Ordner mit Fotos direkt aus der Kamera bringt jede Seite am Handy zum Stehen. Bei mir werden Bilder in mehreren Größen ausgespielt, in modernen Formaten, und erst geladen, wenn sie ins Blickfeld kommen. Die Qualität bleibt, die Wartezeit nicht.
Zur Bildunterschrift gehören Ort, Fertigstellungsjahr, Bauherr, sofern er genannt werden will, Nutzfläche und der Name des Fotografen. Architekturfotos sind fast nie frei verwendbar, und die Nennung ist meist Teil der Vereinbarung. Wer das sauber macht, hat auch bei Publikationen weniger Diskussionen.
Grundrisse und Schnitte gehören dazu, aber als Bild, nicht als PDF, das sich am Handy nicht öffnen lässt. Wer den Plan wirklich braucht, bekommt zusätzlich den Download.
Was das kostet
Eine Firmenwebsite mit Projektarchiv, Büroprofil, Team und Anfrageformular beginnt bei 890 Euro netto. Wer Projekte selbst anlegen und Bilder selbst tauschen will, bekommt dafür einen einfachen Bereich im Backend. Der Festpreis steht vor dem Start im Angebot.
Häufige Fragen
Was gehört bei uns ins Impressum, und braucht es eine Datenschutzerklärung?
Beides machen wir mit, passend zu eurem Beruf. Neben Name, Anschrift und E-Mail gehören für euch hinein: die Kammer der Ziviltechniker:innen eures Bundeslandes, die Berufsbezeichnung und ein Hinweis auf das Ziviltechnikergesetz. Statt Wirtschaftskammer und Gewerbeordnung also Kammer und Berufsrecht, bei einer ZT-Gesellschaft dazu UID und Firmenbuch. Den Link zur EU-Streitbeilegungsplattform gibt es seit Juli 2025 nicht mehr, er kommt raus. Die verbindliche rechtliche Beurteilung bleibt bei euch, eurer Kammer oder einem Anwalt.
Wie viele Projekte gehören auf die Seite?
Lieber zwölf gut dokumentierte als vierzig mit einem Bild. Ein Bauherr sieht sich drei bis fünf an und will bei jedem wissen, was die Aufgabe war und was daraus wurde. Ein Archiv ohne Beschreibung beeindruckt niemanden.
Was ist mit Projekten, die noch nicht fertig sind?
Die kannst du als laufend kennzeichnen, mit Visualisierung und geplanter Fertigstellung. Wichtig ist, dass der Unterschied zwischen Rendering und Foto erkennbar bleibt. Sonst wirkt das ganze Archiv unglaubwürdig.
Braucht ein Architekturbüro überhaupt Suchmaschinenoptimierung?
Für den Bürositz mit Umland auf jeden Fall. Private Bauherren suchen nach Architekt plus Ort und nach der Aufgabe, etwa Zubau, Dachgeschossausbau oder Sanierung eines Altbestands. Für Wettbewerbe spielt das keine Rolle, für die private Schiene sehr wohl.
Können wir die Seite selbst pflegen?
Ja. Neue Projekte anlegen, Bilder tauschen, Texte ändern, das ist bewusst einfach gehalten. Wer keine Lust darauf hat, gibt mir die Bilder und ich stelle das Projekt ein. Mit der Betreuung um 49 Euro im Monat ist das enthalten.
Schick mir drei Projekte, die zeigen, wie ihr arbeitet
Daran sehe ich, wie das Archiv aufgebaut sein muss und wie viel Bildarbeit dahintersteckt. Innerhalb von 24 Stunden bekommst du eine Einschätzung und einen Festpreis.