Instagram ist dein Portfolio, aber nicht dein Terminbuch
Du sitzt seit vier Stunden über einem Rücken, die Maschine läuft, und im Postfach stapeln sich Nachrichten. Drei davon sind ernst gemeint, sieben fragen nach dem Preis für etwas, das sie nicht beschreiben können. Ein Anfrageformular mit Bild, Körperstelle und Anzahlung sortiert das, bevor du es liest.
- Ein Anfrageformular mit Bild-Upload, Körperstelle, Größe und Wunschtermin.
- Anzahlung beim Absenden, damit ein Termin auch wirklich stattfindet.
- Einmal 1.990 Euro netto statt einer Gebühr je vermittelter Buchung.
Was dir das Postfach kostet
Auf Instagram liegt deine Arbeit gut, das bestreitet niemand. Nur ist die Direktnachricht das schlechteste Terminbuch der Welt. Sie hat keine Reihenfolge, keine Suche, keine Anzahlung, und was gestern oben stand, ist morgen unter dreißig neuen Nachrichten begraben. Dazu kommt, dass die Reichweite dir nicht gehört.
Die Vermittlerplattformen lösen das gegen Gebühr. Tattoodo Books etwa kostet keinen monatlichen Beitrag, verlangt aber eine Pauschale von zehn Dollar pro Buchung, die entweder die Kundin zahlt oder du selbst übernimmst. Das ist fair gerechnet, aber es ist wieder ein Kanal, dessen Regeln jemand anderer schreibt.
Eine eigene Seite kostet einmal Geld und danach keine Buchung mehr.
Eine Anfrage ohne Bild ist keine Anfrage
Was du brauchst, um überhaupt einen Preis nennen zu können, sind immer dieselben Angaben. Motividee in zwei Sätzen, Referenzbilder, Körperstelle, Größe in Zentimetern, schwarz oder farbig, ob es ein Cover-up wird, wann Zeit ist und welcher Rahmen budgetmäßig passt. Fehlt eines davon, schreibst du zurück und wartest wieder zwei Tage.
Im Formular sind das Pflichtfelder. Wer etwas will, füllt sie aus, und wer nicht, hat dir keine Zeit gestohlen. Die Anfrage landet in einer Liste mit Bildern, nach Artist sortiert, und du arbeitest sie ab, wenn die Maschine aus ist.
Die Anzahlung gehört an dieselbe Stelle. Ein Betrag beim Absenden oder bei der Terminbestätigung, mit einer klaren Regel, wann er verfällt. Das ist in der Branche üblich und es ist der einzige wirksame Schutz gegen leere Stunden im Kalender.
Was in Österreich zur Anfrage dazugehört
Tätowieren und Piercen sind hier an Ausübungsregeln gebunden, und die kann eine Seite gleich mit abbilden. Tätowiert werden darf ab 16 Jahren, und bei Minderjährigen braucht es die schriftliche Einwilligung der erziehungsberechtigten Person. Beim Piercen liegt die Grenze bei 14 Jahren, bis 18 gilt ebenfalls die schriftliche Einwilligung, mit einer Ausnahme für Stellen, die binnen 24 Tagen abheilen.
Dazu kommt die Aufklärung über Gegenanzeigen wie Diabetes, Hauterkrankungen und Allergien, die schriftlich bestätigt wird, sowie die Dokumentation der Leistung samt Chargennummern der Farben, die der Kundin auszuhändigen ist. Die Aufzeichnungen sind zehn Jahre verfügbar zu halten.
Auf der Seite heißt das: Die Formulare liegen zum Herunterladen bereit, die Altersregel steht vor dem Absenden da, und Angaben zu Vorerkrankungen wandern nicht in irgendein fremdes Postfach, sondern auf dein eigenes Hosting. Was rechtlich für dein Studio gilt, klärst du mit deiner Fachgruppe, ich gebe keine Rechtsberatung.
Bewertungen kommen, wenn das Tattoo verheilt ist
Wer ein Studio sucht, schaut zuerst auf die Karte am Handy und auf die Zeile unter dem Namen: Note und Zahl der Bewertungen. Erst danach geht es auf Instagram oder auf deine Seite. Ein Studio mit starker Mappe und kaum Bewertungen wirkt von außen wie eines, das gerade erst angefangen hat.
Direkt nach der Sitzung ist der falsche Zeitpunkt. Die Haut ist gereizt, die Farbe sieht noch nicht so aus wie später, und die Kundin will nach Hause. Der richtige Moment ist das Foto vom verheilten Tattoo, das manche ohnehin schicken, oder der Nachstechtermin. Dann ist das Ergebnis sichtbar, und genau darüber schreibt sie.
Am meisten bringt eine Bewertung, in der der Name des Artists und der Stil vorkommen. Wer nach Fineline oder Cover-up sucht, liest genau diese Wörter. Du darfst darum bitten, das dazuzuschreiben. Den Text selbst gibst du nicht vor.
Praktisch reicht eine kleine Karte mit QR-Code bei der Nachsorge-Anleitung, derselbe Link in der Nachricht zum Heilungsverlauf und in der Instagram-Biografie neben dem Link zur Anfrage.
Was nicht geht: kein Rabatt auf das nächste Motiv, kein Gratis-Nachstechen, kein Gewinnspiel für eine Bewertung. Googles Richtlinie für nutzergenerierte Inhalte sagt wörtlich "Fake engagement is not allowed and will be removed" und verbietet ausdrücklich, Zahlungen, Rabatte oder Gratisleistungen im Austausch für eine Bewertung anzubieten (abgerufen am 16.10.2026).
Fotos von Kundinnen und Kunden zeigen Haut, oft an Stellen, die sonst niemand sieht. Jedes Bild auf Website oder Instagram nur mit schriftlichem Einverständnis, für das konkrete Bild und den Ort, an dem es erscheint. Das holst du mit der Einverständniserklärung vor der Sitzung ein, nicht später per Nachricht.
Beantwortet wird jede Bewertung, auch die schlechte, kurz und sachlich. Die Antwort liest nicht nur die Verfasserin, sondern jede, die Monate später ein Studio sucht. Wie Bewertungen, Website und Anfrage in Wien zusammenspielen, steht auf Webdesign in Wien.
Was das kostet
Eine Website mit Anfragesystem, Bild-Upload und Anzahlung beginnt bei 1.990 Euro netto. Der Festpreis steht im Angebot, bevor ich anfange. Danach laufen nur Hosting mit 19 Euro und Domain mit 2 Euro im Monat, mit Betreuung 49 Euro.
Jeder Artist braucht seine eigene Seite
Menschen suchen keinen Laden, sie suchen einen Stil und dann eine Person. Blackwork, Feinlinie, Realistic, Old School, Cover-up. Wer auf Feinlinie steht, klickt weiter, wenn er auf der Startseite zuerst drei Unterarme voll Realistic sieht.
Deshalb bekommt jede Tätowiererin eine eigene Unterseite mit eigener Galerie, eigenen Stilen, eigener Warteliste und eigenem Anfrageformular. Gastartists mit Zeitraum, Walk-in-Tage mit Uhrzeit, Piercing getrennt vom Tattoo. Die Bilder holst du weiter aus deinem Handy, sie liegen nur nicht mehr nur dort.
Häufige Fragen
Was gehört bei uns ins Impressum, und braucht es eine Datenschutzerklärung?
Beides machen wir mit, passend zu eurem Beruf. Neben Name, Anschrift und E-Mail gehören für euch hinein: die UID-Nummer, falls ihr eine habt, die Mitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer, die zuständige Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) und ein Link zur Gewerbeordnung. Als e.U. oder GmbH kommen Firmenbuchnummer und Firmenbuchgericht dazu. Den Link zur EU-Streitbeilegungsplattform gibt es seit Juli 2025 nicht mehr, er kommt raus. Die verbindliche rechtliche Beurteilung bleibt bei euch, eurer Kammer oder einem Anwalt.
Kann ich Anzahlungen direkt über die Seite einnehmen?
Ja. Kartenzahlung oder Sofortüberweisung beim Bestätigen des Termins, mit deinen eigenen Stornoregeln im Text daneben. Das Geld geht auf dein Konto, ohne Umweg über eine Plattform.
Muss ich meine Bilder doppelt pflegen?
Nein. Du lädst neue Arbeiten einmal hoch und wählst den Artist und den Stil aus. Wenn du willst, kann die Seite deinen öffentlichen Instagram-Feed zusätzlich anzeigen, das Portfolio selbst liegt aber bei dir.
Jeder bei uns hat eigene Preise und eigene Wartezeiten. Geht das?
Ja. Stundensatz oder Mindestpreis, Wartezeit und Verfügbarkeit stehen bei jeder Person einzeln und werden auch dort gepflegt. Du musst nicht für alle mitdenken.
Wie halte ich Anfragen fern, die ich ohnehin ablehne?
Indem es vorher dasteht. Motive, die du nicht stichst, Mindestgröße, kein Tattoo an bestimmten Stellen, Altersgrenze. Das Formular fragt genau diese Punkte ab und weist sie schon beim Ausfüllen ab.
Schick mir eure Stile und eure Hausregeln
Wie viele Artists, welche Stile, wie ihr Anzahlungen handhabt und ob Piercing dazugehört. Damit nenne ich dir innerhalb von 24 Stunden einen Festpreis.