Nach Maß heißt, dass auf deiner Seite kein Preis steht
Beim Schweißen hörst du das Telefon nicht, und mit dem Helm am Kopf gehst du auch nicht ran. Dazu kommt das eigentliche Problem deines Gewerks: Du baust Einzelstücke, also kannst du keinen Preis hinschreiben. Genau deshalb braucht deine Seite etwas anderes als eine Preisliste.
- Beispielprojekte mit Maßen und Endsumme ersetzen die Preisliste, die du nicht machen kannst.
- Geländer, Tore und Sonderanfertigung werden getrennt gesucht und gehören getrennt gezeigt.
- Das Formular fragt Maße, Material und ein Foto ab, damit das Aufmaß schneller geht.
Auf Plattformen kaufst du Credits, nicht Aufträge
Auf Portalen wie ProntoPro läuft es über ein Guthabensystem. Als Betrieb kaufst du Credits und bezahlst damit jede Anfrage, die du annimmst. Abgebucht wird für den Kontakt, nicht für den Auftrag, und dieselbe Anfrage geht an mehrere Betriebe gleichzeitig. Wer nicht als Erster reagiert, hat trotzdem gezahlt oder gar nichts bekommen.
Der Plattformchecker der Wirtschaftskammer führt die Anbieter in diesem Markt entweder als Abomodell, als Provisionsmodell oder als Mischung aus beidem. Für ein Gewerk mit Einzelstücken ist das besonders ungünstig. Ein Geländer über vier Meter und ein Kellerfenstergitter kosten dich dieselbe Gebühr, bringen aber völlig unterschiedliche Deckungsbeiträge.
Eine eigene Seite dreht das um. Sie kostet einmal, und sie arbeitet für dich in dem Moment, in dem jemand um halb zehn abends Fotos von seiner Stiege ansieht.
Drei Geschäfte, die nichts miteinander zu tun haben
Geländer ist Vorschriftengeschäft. In Österreich verlangt die OIB-Richtlinie 4, die die Bundesländer in ihre Bauordnungen übernehmen, bei Absturzhöhen ab einem Meter eine Geländerhöhe von mindestens 100 Zentimetern. Wenn du das auf deiner Seite in zwei Sätzen erklärst, samt Hinweis, dass Details je nach Bundesland und Bauvorhaben abweichen können, bist du für viele die erste brauchbare Antwort im Netz.
Tore sind Technikgeschäft. Einfahrtstor, Schiebetor, Flügeltor, Antrieb, Funk, Schließfolge, Wartung. Wer ein Tor sucht, sucht in Wahrheit jemanden, der es auch in fünf Jahren noch repariert. Schreib dazu, ob du Fremdfabrikate wartest, das bringt laufende Arbeit.
Sonderanfertigung ist Vertrauensgeschäft. Stiege, Vordach, Sichtschutz, Balkonverkleidung, ein Regal nach Maß für einen Laden. Hier entscheidet ausschließlich, was jemand auf deinen Bildern sieht.
Beispielprojekte statt Preisliste
Du kannst keinen Quadratmeterpreis hinschreiben, aber du kannst sechs fertige Arbeiten zeigen und zu jeder die Eckdaten dazustellen: Länge in Laufmetern, Material, Oberfläche, Montagedauer und die tatsächliche Endsumme, klar als Beispiel markiert. Das ist kein Angebot und wird auch nicht so gelesen.
Für die meisten Interessenten ist das die wichtigste Information auf der ganzen Seite. Sie wollen nur wissen, ob sie mit tausend, mit fünftausend oder mit zwanzigtausend Euro rechnen müssen. Wer das nicht herausfindet, fragt gar nicht an, weil er sich blamieren könnte.
Bei Oberflächen lohnt eine eigene kurze Erklärung. Feuerverzinkt, pulverbeschichtet, Edelstahl geschliffen, Rohstahl geölt. Die Entscheidung dafür steuert den Preis stärker als die Form, und kaum jemand weiß das vorher.
Das Formular ersetzt die halbe Besichtigung
Frag nach Länge und Höhe, nach Innen oder Außen, nach Material, nach dem Untergrund für die Befestigung und nach einem Foto der Stelle. Dazu die Frage, ob es ein Neubau oder ein Bestand ist. Mit diesen Angaben kannst du am Abend entscheiden, ob du hinfährst.
Nimm das Foto ernst genug, um es verpflichtend zu machen. Bei Geländern und Toren erkennst du daran Befestigungspunkt, Gefälle und Zugang für die Montage, und das sind genau die drei Dinge, die ein Angebot sprengen, wenn sie erst vor Ort auffallen.
Was das kostet
Eine Firmenwebsite mit Bildergalerie, Beispielprojekten und Anfrageformular beginnt bei 890 Euro netto, mit Festpreis im Angebot vor dem Start. Danach 19 Euro Hosting im Monat.
Häufige Fragen
Was gehört bei uns ins Impressum, und braucht es eine Datenschutzerklärung?
Beides machen wir mit, passend zu eurem Beruf. Neben Name, Anschrift und E-Mail gehören für euch hinein: die UID-Nummer, falls ihr eine habt, die Mitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer, die zuständige Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) und ein Link zur Gewerbeordnung. Als e.U. oder GmbH kommen Firmenbuchnummer und Firmenbuchgericht dazu. Den Link zur EU-Streitbeilegungsplattform gibt es seit Juli 2025 nicht mehr, er kommt raus. Die verbindliche rechtliche Beurteilung bleibt bei euch, eurer Kammer oder einem Anwalt.
Ist es nicht gefährlich, echte Endsummen zu zeigen?
Solange Maße und Ausführung dabeistehen und das Beispiel als Beispiel gekennzeichnet ist, nicht. Gefährlich ist die nackte Zahl ohne Kontext. Wenn du unsicher bist, nimm Spannen statt exakter Beträge, das wirkt fast genauso gut.
Soll ich Privatkunden oder Baufirmen ansprechen?
Wenn du beides bedienst, brauchst du zwei Einstiege. Eine Baufirma sucht Kapazität, Termintreue und Schweißnachweise, ein Privatkunde sucht Bilder und eine Hausnummer beim Preis. Auf einer Seite gemischt spricht das niemanden richtig an.
Lohnt sich ein Shop für Standardteile?
Nur bei echten Lagerartikeln wie Kellerfenstergittern oder fertigen Geländerfeldern in Standardmaßen. Dann beginnt ein Onlineshop bei 1.390 Euro netto. Reine Maßarbeit verkauft man nicht im Warenkorb.
Wie zeige ich Reparaturen, ohne billig zu wirken?
Als eigene kurze Seite mit klarem Rahmen: Torantrieb defekt, Scharnier ausgeschlagen, Gitter nachschweißen. Reparaturen bringen Erstkontakt und sind später oft der Grund, warum derselbe Kunde beim Umbau bei dir anfragt.
Schick mir Fotos von drei Arbeiten, auf die du stolz bist
Daran sehe ich sofort, welche Beispielprojekte die Seite tragen. Einschätzung und Festpreis schicke ich dir binnen 24 Stunden.