Online-Terminbuchung: eigenes System oder Plattform?
Terminplattformen bringen Kunden. Das ist ihr Geschäft, und sie können es. Die Frage ist nicht, ob du sie nutzt, sondern was über sie laufen soll. Hier stehen die echten Kosten und die Rechnung, die kaum jemand macht.
- Plattformen kosten 39 bis 499 Euro im Monat. Bei Treatwell kommen 35 Prozent auf die erste Buchung jedes vermittelten Kunden dazu.
- Ein eigenes System kostet einmal 1.990 bis 3.500 Euro plus 19 Euro Hosting. Gegen den günstigsten Treatwell-Tarif rechnet es sich in fünf Jahren nicht, gegen Doctolib schon im ersten Jahr.
- Meistens empfehlen wir beides. Die Plattform bringt Neukunden, alle übrigen Termine laufen über deinen eigenen Kalender.
Was die Plattformen kosten
Die Preise sind öffentlich. Sie bestehen aber aus mehreren Teilen, und der teuerste steht selten vorne.
| Anbieter | Grundgebühr | Zusätzlich |
|---|---|---|
| Treatwell Starter | 39 € im Monat | 35 % auf die erste Buchung jedes über den Marktplatz vermittelten Kunden, 2 % bei Online-Vorkasse |
| Treatwell Advanced | 49 € im Monat plus 7,50 € TSE | wie oben |
| Doctolib Terminmanagement | 139 bis 499 € im Monat je nach Paket | je nach Vertrag |
| Weitere Anbieter (Shore, Timify, Phorest, SimplyBook) | 20 bis 150 € im Monat | gestaffelt nach Funktionen und Personen |
Folgebuchungen desselben Kunden über den Marktplatz sind bei Treatwell provisionsfrei. Das ist wichtig und wird oft falsch dargestellt.
Die Rechnung, die selten jemand macht
Nimm einen Friseursalon, eine Behandlung kostet im Schnitt 90 Euro. Kommt ein neuer Kunde über den Marktplatz, gehen bei 35 Prozent rund 31 Euro an die Plattform. Bei zehn solchen Neukunden im Monat sind das über 300 Euro, zusätzlich zur Grundgebühr.
Dieselben Zahlen als Tabelle
| Zeitpunkt | Treatwell Starter | Treatwell Advanced | Eigenes System |
|---|---|---|---|
| nach 1 Jahr | 468 € | 678 € | 2.218 € |
| nach 3 Jahren | 1.404 € | 2.034 € | 2.674 € |
| nach 5 Jahren | 2.340 € | 3.390 € | 3.130 € |
Das ist nicht automatisch schlecht. Wenn diese zehn Menschen dich sonst nie gefunden hätten und die Hälfte wiederkommt, war es ein gutes Geschäft. Wenn aber ein Teil davon Leute sind, die dich ohnehin kennen und nur den bequemsten Weg nehmen, zahlst du für Kunden, die du schon hattest.
Bei einer Praxis liegt es anders. Dort ist die Grundgebühr der große Posten. 139 bis 499 Euro im Monat sind über fünf Jahre zwischen 8.340 und 29.940 Euro. Und die laufen weiter, solange es die Praxis gibt.
Was ein eigenes System kostet und leistet
Ein eigenes Buchungssystem liegt bei 1.990 bis 3.500 Euro einmalig, danach 19 Euro Hosting im Monat. Es gibt keine Provision und keinen Zuschlag je Person.
Was drin ist: Termine online rund um die Uhr, ein eigener Kalender je Person, Leistungen mit Dauer und Preis, Erinnerungen per E-Mail, Sperrzeiten und Urlaub, und eine Verwaltung, in der du alles selbst änderst.
- Keine Provision auf Termine, die über deine eigene Seite hereinkommen
- Der Preis hängt am Umfang, nicht an der Anzahl der Behandler
- Kundendaten liegen auf deinem Hosting
- Keine Mindestlaufzeit
- Termine erscheinen in deinem Design, nicht im Design einer Plattform
Der Weg, den wir meistens empfehlen: beides
Solange eine Plattform Neukunden bringt, kündigst du sie besser nicht. Alle Termine darüber laufen zu lassen ist aber genauso wenig klug.
So bauen wir das auf. Die Plattform bleibt für Leute, die dich noch nicht kennen. Alles andere läuft über deinen eigenen Kalender: Stammkunden, Telefon, Instagram, die eigene Website. Beide schreiben in denselben Terminplan, damit nichts doppelt belegt wird.
Nach ein paar Monaten siehst du schwarz auf weiß, wie viel die Plattform wirklich bringt, und kannst in Ruhe entscheiden.
Häufige Fragen
Was kostet Treatwell für einen Salon?
Laut Anbieter 39 Euro im Monat im Starter-Tarif und 49 Euro plus 7,50 Euro TSE-Gebühr im Advanced-Tarif, dazu 35 Prozent Provision auf die erste Buchung jedes über den Marktplatz vermittelten Kunden und 2 Prozent bei Online-Vorkasse. Stand September 2026, ohne Gewähr.
Zahle ich auch für Stammkunden Provision?
Bei Treatwell sind Folgebuchungen desselben Kunden über den Marktplatz provisionsfrei. Die 35 Prozent fallen auf die erste Buchung an. Termine, die über deine eigene Website kommen, kosten keine Provision.
Lohnt sich ein eigenes Buchungssystem für eine Einzelperson?
Auf den reinen Preis bezogen: gegen den günstigsten Treatwell-Tarif mit 39 Euro im Monat nicht. 1.990 Euro einmal plus 19 Euro Hosting ergeben in fünf Jahren 3.130 Euro, der Starter-Tarif 2.340 Euro. Gegen Advanced mit 49 Euro plus 7,50 Euro TSE kippt es nach gut vier Jahren, gegen Doctolib mit 139 bis 499 Euro im Monat schon im ersten Jahr. Dazu kommen 35 Prozent auf die erste Buchung jedes vermittelten Kunden, die in dieser Rechnung nicht stecken. Wer nur auf die Monatsgebühr schaut und wenig Neukunden über die Plattform bekommt, fährt mit dem Abo günstiger. Für ein eigenes System sprechen die Provision, die Kundendaten und die Unabhängigkeit vom fremden Kanal, nicht die Grundgebühr.
Kann ich beides parallel betreiben?
Ja, und das ist meistens der beste Weg. Die Plattform bringt Neukunden, das eigene System nimmt alle übrigen Termine an. Beide schreiben in denselben Kalender.
Was passiert mit meinen Kundendaten?
Bei einem eigenen System liegen sie auf deinem Hosting, unter deiner Kontrolle. Hosten wir, liegen sie bei mittwald in Deutschland, in einem nach ISO/IEC 27001 zertifizierten Rechenzentrum. Bei einer Plattform liegen sie beim Anbieter, und das ist Teil seines Geschäftsmodells.
Was passt für deinen Betrieb?
Sag uns, wie viele Personen bei dir Termine vergeben und wie viele Termine pro Woche zusammenkommen. Daraus rechnen wir dir eine Aufstellung, die du selbst nachrechnen kannst.