Gesucht wird selten die Kanzlei, gesucht wird die Frist
Wer bei dir anfragt, tippt nicht deinen Namen ein. Er tippt ein, was ihn gerade drückt. Umsatzsteuervoranmeldung, Registrierkasse, erste Mitarbeiterin, Übergabe an die Tochter. Deine Seite entscheidet, ob er bei dieser Frage auf dich stößt oder auf ein Portal.
- Eine eigene Seite je Anlass, statt einer Leistungsliste, die alles und nichts sagt.
- Mandantenportal für Belege und Unterlagen, auf deinem Hosting statt bei einem Dienst.
- Sachlich formuliert, ohne Erfolgsversprechen und ohne Vergleich mit anderen Kanzleien.
Der Moment, in dem die Anfrage liegen bleibt
Von Jänner bis zum Frühsommer arbeitet die Kanzlei Abschlüsse und Erklärungen ab. Genau dann meldet sich jemand, der gerade gegründet hat und wissen will, ob er überhaupt eine Kanzlei braucht. Der Anruf landet im Sekretariat, der Rückruf verschiebt sich um drei Tage, und in diesen drei Tagen hat der Gründer woanders unterschrieben.
Dabei ist die Rechnung einfach. Ein laufendes Mandat begleitet dich Jahre. Es verloren zu geben, weil in einer vollen Woche niemand zurückrufen konnte, ist teurer als jede Website.
Eine Seite nimmt dir das Gespräch nicht ab. Sie nimmt dir die ersten drei Fragen ab. Wie der Ablauf bei dir aussieht, welche Unterlagen du brauchst, wie ein Erstgespräch abläuft und was es kostet. Wer das gelesen hat, ruft vorbereitet an oder gar nicht, und beides spart dir Zeit.
Das Verzeichnis der Kammer ist ein Anfang, kein Kanal
Die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer führt ein öffentliches Verzeichnis der Berufsberechtigten. Dort stehst du, das kostet dich nichts extra, und genau darin liegt der Haken. Das Verzeichnis beantwortet die Frage, ob es dich gibt. Es beantwortet nicht die Frage, warum jemand zu dir und nicht zur Kanzlei zwei Straßen weiter geht.
Daneben gibt es Firmenverzeichnisse und Vermittlungsportale, die Anfragen sammeln und weitergeben. Was ein Paket dort kostet, steht meist nicht öffentlich, das wird einzeln verhandelt. Deshalb nenne ich hier keinen Betrag. Das Muster ist trotzdem immer dasselbe. Du zahlst für eine Anfrage, die auch drei anderen Kanzleien geschickt wird, und der Interessent merkt sich das Portal, nicht dich.
Eine verbindliche Honorarordnung gibt es in Österreich nicht. Das Honorar wird vereinbart. Für die Website heißt das: Du musst nicht deine Stundensätze veröffentlichen, aber du solltest erklären, wonach sich dein Honorar richtet, damit die Preisfrage nicht die erste Frage im Erstgespräch ist.
Zurückhaltend formuliert, weil das der Beruf verlangt
Für Steuerberatung gelten die Werbe und Ausübungsregeln des Berufsstands. Auf einer Seite von mir steht deshalb kein Erfolgsversprechen, keine Quote, kein Vergleich mit anderen Kanzleien und keine Aussage, die als Steuerberatung gelesen werden könnte. Was am Ende online geht, entscheidest du, weil du für den Auftritt berufsrechtlich geradestehst.
Das ist keine Einschränkung, sondern passt zum Publikum. Wer eine Kanzlei sucht, sucht Verlässlichkeit. Ein nüchterner Text über den Ablauf wirkt dort stärker als jeder Superlativ.
Mandantenportal, Verschwiegenheit und wo die Daten liegen
Belege per Mail hin und her sind der Punkt, an dem in jeder Kanzlei Zeit verschwindet. Ein Mandantenportal auf deiner eigenen Seite löst das: Der Mandant lädt hoch, ordnet die Datei einem Zeitraum zu und sieht, was noch fehlt. Du siehst eine Liste statt eines Posteingangs.
Verschwiegenheit ist in diesem Beruf der Kern. Deshalb liegt so ein Portal auf deinem eigenen Hosting und nicht bei einem Dienst, der die Daten mitverwertet. Zwischen dir und mir gehört ein Auftragsverarbeitungsvertrag dazu, damit klar geregelt ist, wer wann auf was zugreifen darf. Das Hosting richte ich bei mittwald in Deutschland ein, in einem nach ISO/IEC 27001 zertifizierten Rechenzentrum.
Wenn du bereits mit BMD, RZL oder einer anderen Kanzleisoftware arbeitest, bleibt die das führende System. Das Portal ist die Tür für den Mandanten, nicht ein zweiter Datenbestand.
Was das kostet
Eine Firmenwebsite mit Leistungsseiten, Team, Ablauf und Anfrageformular beginnt bei 890 Euro netto. Kommt ein Mandantenportal mit Login und Belegupload dazu, ist das die Variante mit eigenem System ab 1.990 Euro netto. Der Festpreis steht vor dem Start im Angebot.
Häufige Fragen
Was gehört bei uns ins Impressum, und braucht es eine Datenschutzerklärung?
Beides machen wir mit, passend zu eurem Beruf. Neben Name, Anschrift und E-Mail gehören für euch hinein: die Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen, die Berufsbezeichnung und ein Hinweis auf das Wirtschaftstreuhandberufsgesetz. Statt Wirtschaftskammer und Gewerbeordnung also Kammer und Berufsrecht, bei einer Gesellschaft dazu UID und Firmenbuch. Den Link zur EU-Streitbeilegungsplattform gibt es seit Juli 2025 nicht mehr, er kommt raus. Die verbindliche rechtliche Beurteilung bleibt bei euch, eurer Kammer oder einem Anwalt.
Darf auf der Website stehen, worauf die Kanzlei spezialisiert ist?
Sachliche Angaben zu Tätigkeitsschwerpunkten sind üblich und du findest sie auf vielen Kanzleiseiten. Wo die Grenze zu einer unzulässigen Aussage verläuft, beurteilst du oder deine Kammer. Ich formuliere zurückhaltend und du gibst frei, was online geht.
Beantwortet die Website steuerliche Fragen?
Nein, und das ist Absicht. Auf den Seiten steht, wie der Ablauf bei dir aussieht, welche Unterlagen gebraucht werden und wie man ein Erstgespräch bekommt. Die Beratung selbst passiert bei dir, nicht im Browser.
Wie sicher ist ein Mandantenportal auf der eigenen Seite?
Der Zugang läuft verschlüsselt, jeder Mandant hat eigene Zugangsdaten und sieht nur die eigenen Unterlagen. Gehostet wird bei mittwald in Deutschland, in einem nach ISO/IEC 27001 zertifizierten Rechenzentrum, Zugriffe werden protokolliert, und der Auftragsverarbeitungsvertrag hält fest, was ich als Dienstleister darf.
Ist die Website in der Fristensaison ein zusätzlicher Aufwand?
Nein. Inhalte, die sich selten ändern, pflegt niemand. Was sich ändert, sind Termine, Öffnungszeiten und Stellenanzeigen, und das erledigst du im Backend in wenigen Minuten. Wer gar nichts damit zu tun haben will, nimmt die Betreuung um 49 Euro im Monat.
Sag mir, wie viele Mandate du betreust und womit du arbeitest
Daraus ergibt sich, ob eine Firmenwebsite reicht oder ob sich das Mandantenportal rechnet. Innerhalb von 24 Stunden bekommst du eine Einschätzung und einen Festpreis.